Elektromobilität Zug | Elektromobilität, Jahresrückblick
Im Jahr 2017 hat sich Elektromobilität durchgesetzt. Unter anderem durch die Elektroauto-Quote in China oder Teslas Angriff auf den Massenmarkt zeigte sich, dass die Zukunft der Mobilität elektrisch sein wird, wodurch immer mehr Kritiker verstummen.
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2017: Ein bewegendes Jahr für die Elektromobilität

Im Jahr 2017 hat sich Elektromobilität durchgesetzt. Unter anderem durch die Elektroauto-Quote in China oder Teslas Angriff auf den Massenmarkt zeigte sich, dass die Zukunft der Mobilität elektrisch sein wird, wodurch immer mehr Kritiker verstummen.

Die deutschen Autohersteller jagen dem Vorreiter Tesla hinterher und investieren Milliarden in die Zukunft der Elektromobilität. Im Jahr 2017 gab es zahlreiche Ankündigungen von neuen Elektromodellen:

  • Volkswagen: 80 Elektromodelle, davon 50 reine Elektroautos bis 2025 (vgl. Bild)
  • Daimler: 10 reine Elektroautos bis 2022
  • BMW: 25 Elektromodelle, davon 12 reine Elektroautos bis 2025

Die Elektromobilität wird auch durch wirtschaftliche Zwänge vorangetrieben. In China müssen ab 2019 zehn Prozent und ab dem Jahr 2020 zwölf Prozent der verkaufen Autos vollelektrisch fahren. Da viele deutsche Hersteller den grössten Teil ihrer Verkäufe in China realisieren, müssen sie reagieren.

Zudem haben die deutschen Autohersteller Angst vor einem Grossangriff von Tesla. Der Gründer Elon Musk ist mit den Luxusautos Model S und Model X den deutschen Premiumherstellern zuvorgekommen und will auch mit seinem Model 3 den Massenmarkt erobern. Trotz verzögertem Produktionsanlauf wird das Model 3 wohl schneller als die Deutschen auf dem Markt sein.

Das Model Tesla S wurde von Musk quasi als Prototyp auf dem Markt gebracht und entwickelt sich, ähnlich wie bei Smartphones, kontinuierlich weiter. Eine solche Vorgehensweise kann sich Jürgen Schenk, Direktor e-Drive Systemintegration bei Daimler nicht vorstellen bzw. wird bei ihnen nicht in Frage kommen. Allerdings wird bei Daimler ebenfalls eine kürzere Serienentwicklungszeit angestrebt.

Dass eine schnellere Entwicklung mit qualitativ gutem Ergebnis möglich ist, hat das Start-up Streetscooter bewiesen. Günther Schuh entwickelte innerhalb von 18 Monaten ein einfaches Elektrofahrzeug, welches auf das Wesentliche, auch bezüglich Reichweite, reduziert ist. Die Deutsche Post war so begeistert, dass sie das Start-up direkt kaufte. 3‘500 E-Transporter sind aktuell im Dienst der Post. Das Ziel ist, dass alle 50‘000 Zustellfahrzeuge der Deutschen Post auf Elektroantrieb umgestellt werden. Die Post hat im April ein zweites Werk bauen lassen, da der StreetScooter so gut ankam.

Günther Schuh entwickelte nach dem Verkauf von StreetScooter ein neues Elektroauto, dem eGo. Der Viersitzer ist klein, hat eine Reichweite von nur 100 Kilometer und gibt es ab 16‘000 Euro zu kaufen. Gemäss eigener Angabe soll die eGo Mobile AG ab 2018 jährlich bereits 10‘000 ihrer Cityflitzer produzieren.

Ohne Ausbau der Ladeinfrastruktur werden die neuen Elektromodelle nur schwer Anklang finden. Die deutsche Industrie ist in diesem Bereich im Jahr 2017 ebenfalls aktiv geworden. Das Joint Venture, welches von BMW, Daimler, Ford und VW mit Audi und Porsche gegründet wurde, will in Europa die Ladeinfrastruktur ausbauen. 400 Schnellladestationen sollen bis 2020 gebaut und betrieben werden.

Somit war 2017 ein bewegendes Jahr für die Elektromobilität und wird auch im neuen Jahr weiterhin spannend bleiben.

Quelle: Technology Review, Bild: Manager Magazin