Elektromobilität Zug | Unbekannter Riese – China im E-Mobility Rausch
Beim Absatz von Elektroautos wird China immer mehr zum weltweiten Spitzenreiter. Im Jahr 2017 wurden in China 777`000 Elektroautos verkauft.
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Unbekannter Riese – China im E-Mobility Rausch #international

Beim Absatz von Elektroautos wird China immer mehr zum weltweiten Spitzenreiter. Im Jahr 2017 wurden in China 777`000 Elektroautos verkauft. Dies sind 53 Prozent mehr als im Vorjahr (Manager Magazin). Zu den Verkaufsschlagern zählen vorwiegend chinesische Marken, welche in Europa kaum bekannt sind. Die fünf bestverkauften Elektroautos aus dem Jahr 2017 in China sind: Beijing Auto EC 180, Geely ZhiDou D2, BYD Song DM, Chery eQ und BYD E5 (Forbes).
Dieses starke Wachstum geht wohl auch in diesem Jahr weiter. Im ersten Quartal 2018 wurden in China bereits 142’445 Elektroautos abgesetzt, was eine Steigerung von 154% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt (Auto-institut). Damit wird die Volksrepublik neben Norwegen zu einem wichtigen Treiber der Elektromobilität.
Im aktuellen Electric Vehicle Index von McKinsey (EVI) sieht man ebenfalls, dass China seinen Vorsprung auf andere Länder weiter ausbaut. Im Industrie-EVI, welcher den Anteil eines Landes an der weltweiten Produktion von Elektrofahrzeugen beschreibt, liegt China erstmals vor Japan und Deutschland. Im Markt-EVI, welcher den Marktanteil von Elektrofahrzeugen am landesspezifischen Gesamtmarkt beschreibt, liegt China auf Platz 2 hinter Norwegen und vor der Schweiz (McKinsey).

Gründe für das starke Wachstum

Hinter dem E-Boom in China stecken massive staatliche Förderungen und nicht etwa das vermeintliche Umweltbewusstsein. Der Kauf eines Elektroautos wird in Peking von der Zentralregierung mit bis zu 6`000 Dollar unterstützt. Dieser Betrag wird von Regionalregierungen noch einmal um bis zu 50% aufgestockt. Weiter gibt es einen Steuervorteil für Elektroautos. Dieser war eigentlich bis Ende 2017 gedacht, wurde nun aber bis Ende 2020 verlängert (Reuters).
Die Absatzzahlen werden nebst den finanziellen Anreizen auch durch den individuellen Drang nach Prestige in die Höhe getrieben. Durch den Erwerb eines Elektroautos hat man beispielsweise Privilegien bei der Vergabe von Nummernschildern. Diese sind in ihrer Anzahl limitiert und werden heute in Grossstädten wie Peking oder Shanghai versteigert.
Sich häufender Subventionsbetrug zwingt nun aber die Regierung zu einem Strategiewechsel. So sollen ab 2019 mittels einer Quotenregelung die Hersteller dazu gebracht werden, mehr Elektroautos auf den Markt zu bringen (iwd).

Wenn Sie denken, dass Sie bereits alle Elektroautos kennen: Acht Elektroauto-Neuheiten aus China (Wiwo).

16`000 Elektrobusse für Shenzhen

Auch im öffentlichen Verkehr sind die Chinesen den Europäern einen Schritt voraus: In der Metropole Shenzhen, welche nördlich von Hong Kong liegt, wird aktuell die ganze Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt. Über 16`000 Elektrobusse sind bereits im Einsatz und sparen pro Jahr 1,35 Millionen Tonnen CO2 ein.
Damit hat Shenzhen die mit Abstand grösste E-Busflotte der Welt. Bei dieser Transition, welche innerhalb weniger Jahren vollzogen wurde, setzten die Chinesen ausschliesslich auf eigene Marken. Die E-Busse in Shenzhen stammen von BYD, einem hochinnovativen, in Shenzhen ansässigen Unternehmen, welches hierzulande für private Batteriespeichersysteme im Smarthome-Kontext bekannt ist. Auch europäische Verkehrsbetriebe setzen auf den chinesischen Hersteller. Beispielsweise fahren seit letztem Jahr die ersten E-Doppeldeckerbusse von BYD im Londoner Nahverkehr. Innerhalb von zwei Stunden können die Busse an den 300 über die Stadt verteilten Schnellladestationen geladen werden (Energiezukunft).

 

Quellen: Manager Magazin, Forbes, Auto-institut, McKinsey, Reuters, iwd, Wiwo, Energiezukunft