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Elektromobilität Zug | Elektromobilität verstehen: Steckertypen und Ladeinfrastrukturen
In Bezug auf die verschiedenen Steckertypen und Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge liegt nach wie vor viel Unklarheit in der Luft. Unser Vereinsmitglied, Dave Schacher, schafft mit diesem einleitenden Beitrag der Blogserie «Elektromobilität verstehen» Klarheit darüber.
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Die 10 häufigsten Fragen zur Elektromobilität

Sie wollen ein neues Auto kaufen und stehen vor der gefühlt unendlich grossen Auswahl an Modellen und Typen? Oder die Auswirkungen von Verbrennermotoren auf unser Klima machen Sie nachdenklich? Im Internet oder in den Sozialen Netzwerken findet man bereits nach kurzer Recherche viele Informationen zu Elektroautos. Doch nicht alle Quellen sind gleich zuverlässig. Wir geben Ihnen Antworten.

 

1 // Wo überall kann ich mein Auto aufladen?

Grundsätzlich sollte jeder Besitzer eines Elektroautos eine Ladestation bei sich zu Hause installieren, denn über Nacht steht das Fahrzeug häufig still und kann ungehindert aufladen. Sind Sie Mieterin und an einer Ladestation interessiert? Dann suchen Sie am besten das Gespräch mit Ihrer Verwaltung. Sollten diese Versuche scheitern, haben Sie bei Ihrem Arbeitgeber hoffentlich mehr Glück. Bereits einige Arbeitgeber in der Region Zug stellen ihren Mitarbeitenden Ladestationen zur Verfügung. Sind

Sie unterwegs und Ihnen geht der Akku aus? Auf dieser interaktiven Karte finden Sie in Echtzeit alle verfügbaren Ladestationen der Schweiz.

 

2 // Was muss ich bei einer privaten Ladestation alles beachten?

Sind Sie Hauseigentümerin? Dann empfiehlt sich die Installation einer einfachen Wandladestation, auch «Wallbox» genannt. Dabei reicht im Normalfall eine Wallbox mit einer Ladeleistung von 11kW. Was bei der Installation im Detail wichtig ist, hat TCS für Sie in diesem Artikel zusammengefasst.

 

3 // Woher kommt der zusätzliche Strom für die Elektromobilität?

Die Elektromobilität ist nur klimafreundlich wenn der dafür genutzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Laut Hochrechnungen liegt der zusätzliche Strombedarf nach Elektrifizierung aller Schweizer Personenwagen bei rund 15 – 20%. Dieser Strom liegt bis jetzt nicht in voller nachhaltiger Form vor. Für Hauseigentümer macht es deshalb Sinn, zusätzlich in eine PV-Anlage zu investieren, die den selbst produzierten Sonnenstrom direkt an Ihre Ladestation liefert. Bei Fragen zu PV-Anlagen kann Ihnen Ihr Stromversorger weiterhelfen.

 

4 // Wie weit kann ich mit einem Elektroauto fahren?

Je nach Fahrzeugmodell und Bedingungen können Sie mit Ihrem Elektroauto zwischen 150 km (Kleinwagen) und 550 km (Oberklasse) zurücklegen, ohne dabei die Batterie nachladen zu müssen. Im Durchschnitt sind Schweizerinnen und Schweizer pro Tag knapp 40 km unterwegs. Elektroautos sind also bereits heute alltagstauglich. Mit Ihrer Wallbox können Sie rund 300 km Reichweite über Nacht aufladen. Zum Vergleich: Damit schaffen Sie es von Zürich nach Mailand ohne das Auto auf dem Weg aufladen zu müssen. Dank des immer besser werdenden Schnellladenetzes in der Schweiz und Europa, eignen sich Elektroautos auch für längere Reisen, wie zum Beispiel nach Rom. Für solche Reisen braucht es jedoch ein gewisses Mass an Reiseplanung. Doch auch dafür ist gesorgt. Modellspezifische Softwares oder eine App wie “A better route planer” helfen Ihnen dabei.

 

5 // Wie schnell kann ich mein Auto aufladen?

Wie schnell ein Elektroauto tatsächlich lädt ist vom Fahrzeugtyp und der Ladestation abhängig. Häufig werden Elektroautos dann geladen, wenn sie so oder so still stehen. Zum Beispiel über Nacht oder am Arbeitsplatz. Mit einer herkömmlichen Wallbox (11kw) können Sie rund 45 km pro Stunde laden. Wenn Sie Ihr Auto also während der Arbeitszeit beim Arbeitgeber parkieren, sollte es am Abend wieder komplett aufgeladen sein. Vermehrt gibt es Schnellladestationen wie die GOFAST in Rotkreuz. An dieser können Sie ungefähr 100 km Reichweite in 10 Minuten laden. Ihr Autohändler kann Ihnen diesbezüglich genauere Informationen geben.

 

6 // Wie klimafreundlich sind Elektroautos wirklich?

Elektroautos sind besser fürs Klima als alle anderen Fahrzeugtechnologien und verursachen momentan rund halb so viele Treibhausgasemissionen wie vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor. Um die Umweltverträglichkeit zu beurteilen ist nicht nur relevant wie umweltfreundlich die Fahrzeuge im Betrieb sind, sondern auch wie viel und welche Art von Energie bei der Herstellung und der Entsorgung verbraucht wird. Neuste Studien zeigen, dass Elektroautos bei der Herstellung zwar eine grössere Umweltbelastung verursachen, sie dieses Defizit durch die saubere Nutzungsphase jedoch wieder kompensieren. Zirka 70% der Klimabelastung durch Elektroautos entstehen bei der Herstellung des Fahrzeugs und der Batterie. Die restlichen 30% bei der Produktion des benötigten Fahrstroms. Wenn es uns gelingt, diese Energie (Herstellung und Betrieb) zu 100% aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, werden sich die Treibhausgasemissionen von Elektroautos praktisch auf null reduzieren.

 

7 // Sind Elektroautos schädlich für meine Gesundheit?

Nein. Gemäss Bundesrat stellen elektromagnetische Felder in Autos kein gesundheitliches Risiko dar. Das gilt übrigens für E-Autos, Hybride und Benziner. Die vollständige Stellungnahme des Departements des Innern finden Sie hier.

 

8 // Wie gefährlich sind Elektroautos?

Elektroautos sind sicher. Sie führen keine brennbare oder explosive Flüssigkeit mit sich. Durch den schweren Unterboden, die Batterie, minimiert sich die Gefahr des Umkippens. Zudem wird durch den kleinen Elektromotor bei einem Crash kein Motorenblock in den Fahrerraum gedrückt. Auch das Risiko eines Batteriebrandes ist sehr gering, weil das Hochvoltsystem in der Regel nach einem Unfall mit Auslösung des Airbags ausschaltet. Sicherheitsbedenken sind also unbegründet.

 

9 // Woher stammt das Lithium?

Das Lithium in einem Fahrzeug-Akku entspricht ungefähr 3kg und beträgt etwa 1% – 3% des Batteriegewichts. Der Rohstoff stammt aus der lithiumhaltigen Lösung verdunstender Salzseen und kommt hauptsächlich aus Australien, Chile, China und Argentinien. Besonders Australien war in den vergangenen Jahren mit Abstand der grösste Lithium-Lieferant weltweit. Die Gewinnung des Lithiums sowie der anderen notwendigen Metalle wie Nickel, Kupfer, Aluminium und Kobalt ist mit Treibhausgas- und Schadstoffemissionen verbunden und müssen in der Ökobilanz eines Elektrofahrzeuges berücksichtigt werden.

 

10 // Können die Akkus recycelt werden?

Die Recyclingverfahren für Lithium-lonen-Akkus stecken noch in den Anfängen. Der Fokus von bestehenden Verfahren richtet sich vor allem auf die Rückgewinnung der wertvolleren Rohstoffe Kobalt und Nickel. Dabei werden die Batterien in Öfen verbrannt und anschliessend zermahlen. In diesem energieintensiven Verfahren gehen leider einige Bestandteile verloren. In neuen Verfahren werden die Batterien nicht mehr verbrannt, sondern in Flüssigkeit oder einer Stickstoffatmosphäre geschreddert. Somit lassen sich 96% aller Materialien wiederverwenden. Der Verband Auto-Schweiz  untersucht gemeinsam mit der EMPA diese neuen Verfahren und erarbeitet eine Branchenlösung für die Schweiz.

Quellen

Eidgenössiches Departement des Innern (EDI), 2019

Paul Scherrer Institut, Mobilität von morgen, 2020

Empa, Material Science and Technology

Swiss e-Mobility